Weiterentwicklung des Vereins

Von den Jahren des Zweiten Weltkrieges sind wenige Aufzeichnungen vorhanden, es wurde jedoch auch weiterhin Sport angeboten und betrieben.

Eine Zustimmung der Militärregierung musste erteilt werden, um am 23. 02. 1946 den Sportverein zum zweiten Mal offiziell aus der Taufe zu heben, denn Versammlungen waren in der ersten Zeit nach dem Krieg verboten. Im Archiv des Vereins befindet sich noch heute die Bescheinigung, nach der sich die an der Vereinsgründung Interessierten von 20 bis 22 Uhr im Hotel Flörke versammeln durften.

Wie an den meisten Winterabenden fehlte es auch an jenem Abend an Strom. Die sportwilligen Langeooger versammelten sich im dunklen Raum, die Neugründung des Vereins erfolgte bei
Notlicht. Vorsitzender des Sportvereins wurde an diesem Abend Herbert Rathmann, 2. Vorsitzender und Schriftwart Habbo Tongers und als Kassenverwalter konnte Heinrich Hoffrogge ernannt werden. Der Beitrag für die Mitglieder wurde auf 0,50 Reichsmark festgelegt. Der „TurnvereinNordseebad Langeoog“ ist zu diesem
Zeitpunkt erweitert worden zu dem „Turn- und Sportverein Langeoog“ (kurz TuS oder auch TSV).

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Herbert Rathmann Habbo Tongers Heinrich Hoffrogge

Das Amtsgericht Esens hat sich in den Folgejahren mit der Erweiterung und damit verbundenen Umbenennung des Vereins auseinandergesetzt. Ein reger Briefwechsel zwischen dem Schriftwart Tongers und dem Notar Störing belegt 1949, dass der Verein rein rechtlich 1946 nicht neu gegründet wurde, sondern
als Fortsetzung des früheren Vereins weiter besteht. Das
Gründungsjahr des Vereins ist 1908. In der Nachkriegszeit hatten
die Sportler es nicht leicht.
1948 belegt ein Schreiben vom Kreissportbund Wittmund im Sportbezirk Ostfriesland die Zuweisung (!) von Turnschuhen. 8 Paar Männerturnschuhe, 4 Paar Frauenturnschuhe und 1 Paar Turnschuhe für Jugendliche in bester Ausführung mit anvulkanisierter Gummisohle erhält der TSV zu verbesserten Konditionen über den Kreissportbund. Die Kosten belaufen sich je
nach Schuhgröße auf 6,– bis 10,– DM je Paar. Auch der Jahresbericht 1948/49 belegt, welchen Herausforderungen sich der Verein stellen musste und gemeistert hat.

„[…] 1948/49 war ein Krisenjahr, weil wir noch sehr stark unter den Auswirkungen der Währungsreform standen. […] die drückenden Außenstände sind inzwischen abgetragen, der Verein ist schuldenfrei. Gewiss, Reichtümer haben wir nicht für den Verein sammeln können, mit seinen Mitgliedern trägt unser Verein die Armut der Zeit, die ja noch nie eine Schande Herbert Rathmann Habbo Tongers Heinrich Hoffrogge war. […]“

Weitere Schwierigkeiten, die auch unweigerlich mit der Insellage verbunden waren, spiegelten sich insbesondere im Fußball wieder, denn die Spieler wollten schließlich auch am Spielbetrieb
auf dem Festland teilnehmen.
Das Problem ist auch heute noch bekannt, aber meist „nur“ noch finanzieller Art. Die Ausflüge damals zum Auswärtsspiel waren dagegen schon sehr abenteuerlich. Zeitzeuge Fritz Flörke berichtet: „Vom kalten Schiff ging es schließlich auf die Ladefläche des LKWs von Frerich Oldewurtel. Auf der Ladefläche sitzend – zum Schluss steifgefroren – fuhr man zu den Punktspielen. Unterwegs musste zum Holznachlegen (Holz-Vergaser) öfter angehalten werden.“ Diese Art zu reisen wurde jedoch bald verboten und ein Bus angemietet. Die Kosten stiegen dadurch derart, dass sie nicht mehr durch die laufenden Mitgliederbeiträge
gedeckt werden konnten.

Ein Zeugnis ist ein Antrag von dem 1. Vorsitzenden Herbert Rathmann im August 1949 an die Gemeindevertretung der Inselgemeinde Langeoog.

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Rathmann schreibt:
„Betreff: Antrag auf einmalige Beihilfe zur Finanzierung der Teilnahme der Fußballabteilung des TSV Langeoog an der Punktspielserie 1949/50. Der TSV Langeoog bittet die Gemeindevertretung um Gewährung einer einmaligen Beihilfe in
Höhe von 150,– bis 200,– DM. Der Verein benötigt zum Bestreiten der Fahrtkosten (Schiff und Auto) ca. 700,– DM. Durch eigene Mittel, Spenden und sonstige Einnahmen können jedoch nur ca. 500,– DM des erforderlichen Betrages gedeckt werden. Da ein großer Teil der Langeooger Jugend, nicht zuletzt Vertreter der älteren Generation, an der Durchführung der Spiele während des Winters interessiert sind und die Förderung des Sportgedankens überall Unterstützung verdient, wird um wohlwollende Entscheidung in dieser Angelegenheit gebeten.
Hochachtungsvoll, Herbert Rathmann.“

 
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